Schweinegestank: Handeln statt Jammern

Ein Luzerner Schweinebauer wäscht die Abluft mit spezieller Anlage

So sieht die Luft-Wasch-Anlage von Innen aus. Wiesenschweine auf dem Hof von Franz Studer. Brügghof in Schüpfheim. Die Schweine Zucht ist nur 150 Meter vom nächsten Quartier entfernt.

Im Kanton Luzern herrscht bei den Schweinezüchtern momentan dicke Luft. Genauer in Meggen und Schachen bei Werthenstein. Weil es immer wieder streng riecht und rundherum Wohnquartiere sind, müssen gleich zwei Schweineställe den Betrieb schliessen. Dies sei unfair, heisst es von verschiedenen Seiten - denn irgendwo müsse man ja die Schweine züchten. Ein Bauer aus Schüpfheim zeigt aber: In diesem ganzen Konflikt zwischen Schweinehalter und Anwohner gäbe es nebst Jammern auch Lösungen.

Franz Studer hat den Schweinestall erst kürzlich ausgebaut und züchtet jetzt auf seinem Hof über Tausend Mastschweine pro Jahr. Damit es aber nicht mehr stinkt, hat er eine spezielle Luft-Wasch-Anlage installiert. Diese ist auf dem Dach und reinigt die Abluft. Durch eine Lüftung im Stall gelangt die "stinkende Luft" in die Reinigungsanlage. Dort wird die Luft unten reingedrückt und von oben mit Wasser berieselt. Dadurch entsteht ein Biofilm auf welchem Bakterien entstehen. Diese fressen dann den schlechten Geruch weg.

Nachbarn sind mit der Situation zufrieden

Obwohl sich der Geruch nicht ganz vermeiden lässt, sind die Nachbarn mit der Situation zufrieden. Vor allem auch darum, weil Franz Studer bereits vor dem Erweiterungsbau des Hofes aktiv auf die Anwohner zugegangen ist und sie über den Plan und die neue Anlage informiert hat. Ohne den Bau einer speziellen Luft-Wasch-Anlage hätte er gar keine Baubewilligung bekommen.

Anlage kostet rund 150’000 Franken 

Die Anlage auf dem Brügghof in Schüpfheim ist ein Einzelfall in der Schweiz. Solche Anlagen kennt man vor allem im Ausland - im Nordwesten Europas. Meinrad Pfister, Präsident von Suisseporcs, sagt zwar, dass immer mehr solche Anlagen auch in der Schweiz am Kommen seien, es könne sich aber nicht jeder so eine leisten. Die Anlage auf dem Hof von Franz Studer kostet insgesamt 150’000 Franken.

Gute Kommunikation mit der Bevölkerung gefordert

Meinrad Pfister ratet allen Schweinezüchtern sich vor einem Bau eines Maststalles mit der Bevölkerung auszutauschen, Infoabende zu organisieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Toleranz gegenüber dem Schweinegestank nehme in der Bevölkerung nämlich stetig ab.

Audiofiles

  1. Konflikt mit Schweinezüchtern. Audio: Flavio Desax / Marco Zibung

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